Was ist ein Gerstenkorn?
Ein Gerstenkorn kann an der Lidinnenseite (Hordeolum internum) sowie an der Lidkante und im Bereich der Wimpern auftreten (Hordeolum externum). Dabei entzünden sich die im Augenlid vorkommenden Talg- und Schweißdrüsen. Ursächlich beteiligt sind beim Gerstenkorn immer Bakterien, meist die typischen Hautkeime, wie zum Beispiel Staphylokokkus aureus.
Die Augenlider erfüllen im Wesentlichen zwei Funktionen: Sie befeuchten die Augen und sorgen dafür, dass das Auge nicht durch Kälte, Wärme oder starken Lichteinfall geschädigt wird. Damit kein Fremdkörper, zum Beispiel ein Staubkorn, ins Auge gelangt, können sich die Augenlider sehr rasch schließen (reflektorischer Lidschluss).
Im Bereich der Augenlider befinden sich verschiedene Drüsen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Meibom-Drüsen produzieren Talg. Sie liefern den Fettanteil der Tränenflüssigkeit und schützen sie damit vor zu rascher Verdunstung. Auch die Zeis-Drüsen bilden Talg im Bereich der Haarfollikel und der Wimpern. Die Moll-Drüsen sind Schweißdrüsen.
Zu den Symptomen eines Gerstenkorns gehören eine meist rasch auftretende schmerzhafte Schwellung und Rötung des Augenlides. Da es sich bei einem Gerstenkorn um einen kleinen Hautabszess handelt, eröffnet sich der Abszess oft spontan, der Eiter fließt ab und das Gerstenkorn heilt nachfolgend ab.
Eine spezielle Therapie ist deshalb oft nicht erforderlich. Antibiotikahaltige Tropfen und Salben können aber verhindern, dass sich die Bakterien ausbreiten und so die Infektion verschlimmern. Wichtig: Möglichst „die Finger vom Auge lassen“, damit die Entzündung nicht verschleppt wird.
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13.09.2005, aktualisiert am 07.02.2011
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel
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