Kaugummikauen, ist das nicht grundsätzlich ungesund? So haben es viele Ältere unter uns sicherlich noch in den Ohren. So dogmatisch beurteilen Ernährungs-Experten das Mahlen der Gummimasse mittlerweile nicht mehr – ganz im Gegenteil. Ab und zu mal Kaugummi kauen kann sogar nützlich sein, vorausgesetzt es handelt sich um ein zuckerfreies Zahnpflegekaugummi.
Und was soll das bringen? "Kaugummikauen kann Heißhunger-Attacken überbrücken, es kann die Lust auf Süßigkeiten dämpfen und es kann auch in hektischen Phasen das Stressessen, das manche Menschen betreiben, verhindern", so die Ernährungsberaterin Dr. Petra Ambrosius aus Wiesbaden.
Außerdem rät die Ökotrophologin dazu, einen schweren Nachtisch oder die Fernseh-Chips einfach mal durch ein Kaugummi zu ersetzen. "Auch so spart man viele Kalorien." Und zusätzlich verbrennt das minzige Malmen auch noch ein bisschen Energie. Das klappt natürlich nur bei der zuckerfreien Variante. Allerdings darf man von denen wiederum nicht zu viele verzehren, da der Süßstoff Sorbit sonst abführend wirken kann.
Kaugummis sollen ja sogar klug machen. Tatsächlich? Die Kaubewegungen sollen die Durchblutung des Gehirns verbesern. Das wiederum kann die Konzentration und das Erinnerungsvermögen steigern. Wissenschaftler aus England haben die gesteigerte Leistung der grauen Zellen sogar in einer Studie gezeigt.
Die Forscher von der Northumbria University in Newcastle teilen Probanden in drei Gruppen ein. Die ersten kauten Gummis, die zweiten simulierten die Kieferbewegungen und die dritten taten einfach nichts dergleichen. Währenddessen unterzogen die Mediziner ihre Teilnehmer verschiedenen Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstest. Die Kaugummikauer erzielten ein bis zu 35 Prozent besseres Ergebnis.
Wer sich trotz Dauermümmelns nicht schlauer oder schlanker fühlt, muss sich nicht grämen. Denn zumindest hat er etwas für seine Zahngesundheit getan. Das Kaugummikauen regt die Speichelproduktion an, dadurch werden Säuren im Mund verdünnt. Das schützt den Zahnschmelz. Aber Achtung: Das Zähneputzen kann der beliebte Kaustreifen auf keinen Fall ersetzen.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
24.02.2010, aktualisiert am 02.02.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/French Photographers
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